enemy-mine-originalEnemy mine – Geliebter Feind (“Dein Micky Maus ist faul, blöd, albern und dumb!”)

Schon früher wurden immer wieder Sci-Fi-Filme produziert, die mehr auf  gute Stories anstatt auf sinnlose Blechschlachten und oberflächliche Charaktere gesetzt haben, ob meine folgende Filmreview dies beweist, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Hintergrund

Enemy mine ist ein 1985 erschienenes Science-Fiction – Drama von Regisseur Wolfgang Petersen (Das Boot) und Drehbuchautor Barry B. Longyear, der auch die ursprüngliche Buchvorlage für den Film verfasst hat. In den Hauptrollen sind Dennis Quaid und Louis Gossett Jr. zu sehen.

Story

In einer nicht allzu fernen Zukunft  führt die Menschheit einen erbitterten Kampf um ein nicht näher beschriebenes, ressourcenreiches Sonnensystem. Die Gegner sind echsenartige, hochintelligente und technisch versierte Kreaturen, die sog. Drac. Willis Davidge (Dennis Quaid) ist einer der Kampfpiloten der Raumflotte der Menschen. Er und zwei seiner Kameraden (einer davon ist sein Bruder) sind in Kampfhandlungen verwickelt, als Davidges Kampfschiff nach einem Raumgefecht abgeschossen wird und er auf einem unwirtlichen Planeten (dessen Name nicht näher erläutert wird^^) notlanden muss. Doch auch das feindliche Dracschiff hat einen fatalen Treffer von der Gegenseite erhalten und muss dasselbe Schicksal teilen.

Auf dem Planeten angelangt macht sich Davidge direkt auf, den verhassten Feind  zu suchen und diesen dingfest zu machen bzw. zu eliminieren. Sein Vorhaben stellt sich allerdings als alles andere als einfach dar und schlussendlich auch als sinnlos heraus, da ihm der feindliche Drac doch überlegen ist. So dauert es nicht lange und der Spieß dreht sich um. Davidge wird selbst gefangen genommen. Nach anfänglicher Aggression, Verzweiflung und viel Unverständnis müssen beide alsbald feststellen, dass sie ohne fremde Hilfe keine Möglichkeit haben, den Planeten zu verlassen. Vielmehr erkennen sie, dass die einzige Chance, den hier drohenden Gefahren zu trotzen, darin besteht, zusammen zu arbeiten.

enemy_mine_largeBald merkt Davidge, dass Jeriba Shigan (Louis Gossett Jr) gar kein so übler Kerl ist und dieser viele positive Züge hat, die das allgemeine Bild der Drac von Grund auf widerlegen. Davidge ist zwar einige Zeit ein Gefangener des Außerirdischen, wird aber weder von ihm ungerecht behandelt, noch benachteiligt. Ebenfalls erstaunlich ist, dass beide mit der Zeit lernen, sich zu verständigen und auch zu verstehen. Sehr fördernd dabei ist, dass beide die Sprache des anderen erlernen und auch z. T. Verhaltensweisen, Gebräuche und sogar Glaubensaspekte kennen lernen. Dies stellt zunächst einen guten Nährboden für eine positive Zusammenarbeit der beiden dar und wie ihr bestimmt schon vermutet habt (siehe Titel^^) entwickelt sich sogar, nachdem der Drac Davidge überdies das Leben rettet, eine Freundschaft. Dabei stellen die zwei fest, dass ihre Völker gar nicht mal so verschieden sind und dieser Krieg immer sinnloser erscheint. So wirklich weiß nämlich keiner von beiden, was der eigentliche Auslöser für das Ganze war bzw. wer den Part des ursprünglichen Aggressors übernommen hatte (Amen, scheiß sinnlose Kriege! – Anm. des Verfassers XD).

Nach einigen vergeblichen Versuchen, doch noch eine Möglichkeit zur Flucht zu finden oder wenigstens urbane bzw. bevölkerte Gebiete zu entdecken stellt sich ein weiteres tiefgreifendes Problem da. Shigan ist schwanger und erwartet ein Kind. Drac sind nämlich Zwitterwesen, die ohne Zuwirken eines Geschlechtspartners Nachkommen auf die Welt bringen können. Das einzig fatale ist dabei, dass er merkt, dass es zu Problemen kommen kann und er die Geburt unter Umständen nicht überleben wird. Davidge ist zunächst geschockt, tut aber alles (menschen-) mögliche, um Shigan zu helfen. Doch die Mühe ist umsonst. Shigan stirbt bei der Geburt, was Davidge emotional sehr zusetzt. Doch er hat sich verpflichtet, das Kind groß zu ziehen und es, soweit es ihm möglich ist, die Namen und den Glauben seiner Ahnen zu vermitteln.

Welche Gefahren und Wendungen diese Geschichte dann noch mit sich bringt und ob Davidge das Kind in seine Heimat bringen kann, müsst ihr selbst herausfinden, ihr wisst ja, hier wird das Ende nicht verraten;)

Effekte

Die visuellen Effekte von Enemy mine sind gut umgesetzt und die Bilder ordentlich in Szene gebracht. Allerdings wirken das Interieur der Raumschiffe und die Raumanzüge ein wenig lieblos gestaltet. Auftrumpfen kann der Film durch den glaubhaft dargestellten Planeten und das hochwertige Kostüm für Shigan. Dass es  sich um einen Streifen aus den 80ern handelt merkt man natürlich schon, jedoch besteht keine Effektüberladung wie bei anderen Werken dieser Generation.

Fazit

Ich persönlich habe mich riesig gefreut, als ich den Film im Laden in den Händen hielt. Das erste Mal hatte ich ihn als Kind im TV gesehen und mich in den letzten Jahren immer wieder dunkel an ihn erinnert. Zum Glück ist 20th Century Fox die dritte DVD-Auflage ganz gut gelungen, auch wenn nicht allzu viele Specials dabei sind.

Inhaltlich hatte mich schon immer die Entwicklung und auch die Herzlichkeit der Hauptakteure fasziniert, sowie der Aufbau der Freundschaft. Dies ist meiner Meinung nach völlig atypisch für das generelle Sci-Fi-Genre und macht doch einen besonderen Reiz für mich aus.

Visuell würde ich den Film in einem stabilen Mittelbereich einordnen. Es gibt keine großartigen Überraschungen aber auch keine lächerlichen oder grotesken Störfälle. Die Vertonung und die Audioeffekte sind okay. Bisweilen können jedoch einige Synthie-Untermalungen ein wenig nervig sein.

Insgesamt ist es nicht notwendig, sich die Blu-ray zu kaufen. Die Qualität der DVD reicht völlig aus und bei Filmen aus diesen Jahrgängen würde ich sogar empfehlen, diesen auch auf einem Röhren-TV zu erleben (wisst ihr noch was das ist, ihr 3D-Brillen-Fuzzis?). Preislich müsste man bei ca. 8 Euro dabei sein.

 

Ravenscore: 7,5 von 10

  • Kenne den Film noch aus Kindertagen. Sollte ich mir mal wieder ansehen

  • Chabayo

    Ich hatte den auch als ‘Kind’ gesehen, und manche Bilder aus dieser Zeit praegen einfach grossartig und gehen niemals verloren, bzw. sind in ‘guter’ Erinnerung.

    Dieser Film gehoert dazu. Die Perpektive auf die ‘Sklavenmine’, bevor Dradge Sami befreit, ist irgendwie exemplarisch.

    Man konnte Ausstattung dieses Film, ebenso wie von ‘Das Boot’, ja auch vom selben Regisseur, in den Bavaria Filmstudios in Muenchen sehen – war wohl dort gedreht, und ist damit wohl auch irgendwie ein deutscher Film.

    Dort war ich z. B. im ‘inneren’ der Raumstation spazieren. Gross ist die gar nicht so, weil mit Spiegeln gearbeitet wurde. Mann konnte auch aus ‘Die unendliche Geschichte’ Material ansehen. Ist aber auch schon 25 Jahre her…wie die Zeit vergeht?!.

    Relativ einfacher Plot, das Drehbuch gibt schauspielerisch keine herausragenden Momente her, aber in dem Genre fuer mich ein Klassiker seiner Zeit.