18658327-jpg-r_640_600-b_1_d6d6d6-f_jpg-q_x-20060726_113535Ach, es ist so anregend, ein Hut zu sein…

Bei „Die Reise ins Labyrinth“, einem Fantasy-Abenteuer aus dem Jahre 1986, handelt es sich um einen
Kinderfilm von Jim Henson (Regie) und Terry Jones (Drehbuch).
Größtenteils werden die vorkommenden Figuren durch animatronische Puppen dargestellt.
Produziert wurde er in den USA und in Großbritannien.

Story:

Gleich zu Beginn des Filmes wird man mit der Hauptakteurin Sarah (Jennifer Connely) bekannt gemacht. Sarah ist ein Geschichten- und Märchen-begeistertes Mädchen mit einer blühenden Fantasie. So kommt es einem auch nicht allzu komisch vor, dass sie spät abends mit ihrem Hund im Stadtpark steht und mit einem mittelalterlichen Gewand bekleidet Textpassagen aus ihrem Lieblingsbuch rezitiert (äh, ja…).

Als sich der Himmel zuzieht und es schlussendlich noch zu regnen anfängt, muss sie ihre Beschäftigung abbrechen und flieht vor dem Regen nach Hause. Daheim angekommen wird sie prompt zum Baby-Sitten verdonnert, da ihr Vater und ihre (vermeintlich beschissene) Stiefmutter ausgehen wollen.

Da das einem 15-jährigen Teenager besonders in den Kram passt und der kleine Toby (Toby Froud), das gemeinsame Kind von Vater und Stiefmutter,  nichts anderes zu tun hat, als zu schreien und zu nerven (überdies hat er sich auch noch den Lieblingsteddy von Sarah gekrallt oO), ist die Kacke erst einmal ziemlich am Dampfen.

Schlussendlich will Sarah nur noch ihre Ruhe und ist irgendwann völlig überfordert. Sie wünscht sich einfach nur, dass der kleine Quälgeist fort ist. Ja genau, sollen ihn doch die Kobolde holen! Als es plötzlich ruhig im Haus ist, bekommt sie Angst und sieht nach dem Kleinen. Toby ist weg. Er liegt nicht in seinem Kinderbettchen und ist auch sonst nicht auffindbar.

Jedoch scheint sich etwas anders im Kinderzimmer zu befinden, etwas, das sich vorher noch nicht dort aufgehalten hat. Paff! Da steht auf einmal ein schwuler Harlekin mit schlechter Frisur und Samthandschühchen (urgs!) im Zimmer und der heißt auch noch Jareth, der (bekiffte) Koboldkönig…

Jareth und seine Koboldmeute hörten Sarahs Wunsch und haben diesen freundlicherweise erfüllt. Sie haben Toby mitgenommen und ins Schloss des Königs verfrachtet, wo er selbst zu einem Kobold werden soll. Friede, Freude, Eierkuchen, alles Paletti, jeder ist glücklich und der Film ist aus… Nö!

die_reise_ins_labyrinth_bild_3Sarah bekommt Angst. Was soll sie ihren Eltern sagen, wenn diese nach Hause kommen und den kleinen Toby nicht finden? Außerdem meinte sie es ja gar nicht wirklich so böse und wäre niemals davon ausgegangen, dass ihr Wunsch wirklich erhört wird. Sie möchte Toby wieder haben und spricht mit König Schmalzlocke.

Dieser schlägt ihr ein Spiel vor, das sich zunächst überhaupt nicht so übel anhört. Falls Sarah es schafft, das Koboldschloss bis zu einer bestimmten Zeit zu erreichen, kann sie Toby wieder haben. Ansonsten wiederfährt ihm das oben genannte Schicksal und sie wird ihn nie wieder sehen. Leichter gesagt als getan, denn zwischen Sarah, die sich mittlerweile in der Koboldwelt befindet (Mr. Kobold kann natürlich beamen) und dem Schloss liegt ein riesiges Labyrinth voller Gefahren und Hindernissen…

Effekte:

Tricktechnisch würde ich den Film getrost als animatronisches Meisterwerk aus der Feder von Jim Henson bezeichnen. Ähnlich wie bei „Der dunkle Kristall“ ist der Film fast komplett an künstlichen Sets mit künstlichen Figuren erstellt worden. Dabei wird einem klar, auf welch hohem Standard sich diese Tricktechnik Ende der 80er Jahre befand.

Am Schnitt und an den visuellen Effekten lässt sich nicht aussetzen. Der Film kommt an einigen wenigen Stellen (Schlacht in der Stadt) evtl. zu hektisch rüber, untermalt aber dadurch auch die Tapsigkeit einiger Figuren. Auf jeden Fall dürften Kinder beim Ansehen nicht verwirrt werden und können der Story problemfrei folgen.

Musik:

Wie oben angesprochen spielt David Bowie die Rolle des Koboldkönigs Jareth. Außerdem hat er auch den Soundtrack zum Film beigetragen, der wirklich gelungen ist und gut ins Ohr geht. Ansonsten ist die Vertonung und die Musik auf einem guten Niveau und nervt nicht durch schrille Synthie-Quietschereien wie es bei manch anderen Streifen aus den 80ern vorkam.

Schauspielerische Leistung:

item_l_15499441_229833971Leider ein wichtiger Punkt, den ich diesmal nicht außen vorlassen kann, auch wenn die Rollen an sich gut umgesetzt sind. Schauspielerisch sind Jennifer Connely und David Bowie in etwa auf gleicher Höhe. Die Rolle der Sarah kommt mir ein wenig zu souverän gespielt vor, in einer Situation wie dieser hätte zwischendurch ein Quantum Verzweiflung und Emotionalität nicht geschadet. Insgesamt sind mir die Konversationen, besonders die Szenen mit dem Koboldkönig, ein wenig zu steif und zu trocken. Es war und bleibt zwar ein Highlight, David Bowie in einem Film zu sehen, jedoch macht er eine weitaus bessere Figur auf der Bühne.

Fazit:

„Die Reise ins Labyrinth“ war einer meiner ersten Filme auf VHS und hat daher schon im Vorfeld einen Pluspunkt in meiner Wertung, da er mich als Kind schlichtweg begeisterte. Die geschickt umgesetzte Story in einer wunderbaren Fantasiewelt mit vielen Geheimnissen und verrückten Kreaturen zog mich einfach in ihren Bann. Trotz alledem wird man zwangsläufig erwachsen und sieht das Ganze als Cineast schlussendlich doch mit etwas kritischeren Augen.

Heutzutage fasziniert mich am meisten die Puppentechnik von Jim Henson, deren Effektivität lange Zeit auch nicht von Computeranimationen erreicht werden konnte. Mittlerweile ist diese Technik gänzlich verschwunden, was mich persönlich ein wenig traurig stimmt. „Die Reise ins Labyrinth“ ist und bleibt ein gutes Beispiel vergangener Trickkunst, schauspielerisch aber leider kein strahlender Stern am Himmel.

Preislich ist man bei der DVD mit 6-8 Euro dabei. Die DVD reicht auch völlig aus.

Ravenscore: 7,0 von 10

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3 Comments

  • chuckysdream 3 Jahren ago

    Ebenfalls einer meiner Lieblings-Fantasyfilme.
    Nur leider gibt es ein großes Problem mit der DVD (und der Blu-ray, wo die Fehler tatsächlich übernommen wurden).
    In zwei Szenen sind Tonfehler bei der deutschen Synchro zu hören (oder eben nicht).
    Als ein Kobold relativ am Anfang die Worte von Sarah wiederholt, fehlt das Wort „Koboldkönig“.
    Und in der Szene mit den beiden Türklopfern, sagt einer von beiden den folgenden Satz: „Das nützt gar nichts. Was hast nicht verstehen.“ In der VHS-Fassung sagt er: „Das nützt gar nichts. Ich kann dich nicht verstehen.“

    Ich finde es schon sehr dreist, diese Fehler 1:1 in der Blu-ray-Fassung zu übernehmen. Und als Fan von deutschen Synchronsprechern, fallen einem diese Fehler schon extrem auf.

  • Hey Chuckysdream,

    Danke für deinen Kommentar :)
    Wurde der Film an der besagten Stelle mit dem anderen Satz neu Synchronisiert?

    Liebe Grüße,
    Renton

  • chuckysdream 3 Jahren ago

    Nein. Die Stimmen klingen komplett identisch mit der VHS-Version. Ich denke da eher an einen Fehler in der Tonspur.