AO – Der letzte Neandertaler – Review

ao_bannerDarf ich vorstellen, meine zweite Film-review. Dieses mal reisen wir zurück in die Vergangenheit, aber Vorsicht, es kann kalt werden.

Neandertaler?

„Der Neandertaler (früher auch „Neanderthaler“, wissenschaftlich: Homo neanderthalensis) ist ein ausgestorbener Verwandter des heutigen Menschen (Homo sapiens). Er entwickelte sich parallel, aber unabhängig von Homo sapiensaus einem gemeinsamen afrikanischen Vorfahren der Gattung Homo.
postersksDie Bezeichnung Neandertaler geht auf das „Neandertal“ zurück, einen zwischen den Städten Erkrath und Mettmann gelegenen Talabschnitt der Düssel, wo die ersten Fossilien des Neandertalers gefunden wurden.“

So beschreibt Wikipedia.de den uns allen mehr oder weniger bekannten Vertreter einer ausgestorbenen Menschenart, die lange Zeit neben Homo Sapiens den Planeten bevölkerte. Doch wie wir seit AO- der letzte Neandertaler wissen, bieten diese leider ausgestorbenen Menschen auch gute Grundlagen für anspruchsvolle Geschichten weitab vom Hollywood-Einheitsbrei.

Dieser hatte bis jetzt nur einmal ein kleines „Blubb“ ausgestoßen, das sich nur annähernd in die Richtung dessen verflüchtigte, was ich heute vorstellen möchte. Wir kennen sicher alle 10.000 b.c. Naja, Roland hatte es ja gut gemeint,…

Aber lasst uns einfach mal ein kleines bisschen weiter in die Vergangenheit reisen, ca. 30.000 Jahre zurück. Damals war die Welt noch ein rauer Ort voller Leben aber auch voller Gefahren. Große Tierherden zogen durch das Land und die Natur gab die Spielregeln vor. Die Natur war das Leben und das Leben war nichts als reine Natur. Und keiner hat gemeckert wenn man mal einen fahren ließ.

Damals war noch nicht ganz sicher, welche der beiden Menschenrassen die Herrschaft über die Welt erlangen würde und versuchen würde, die Natur zu unterjochen. Und das war auch gut so…

Ich rede von den Neandertalern, von stämmigen, an die Kälte Nord- und Mitteleuropas angepassten Menschen und ich rede von den Homo Sapiens, deren Reise weit im Südosten begann und deren Verbreitung sich aufgrund deren hoher Intelligenz und Anpassungsfähigkeit unabwendbar wurde.

Diese Gegebenheiten bilden die Grundlage für den Film, den ich Euch jetzt näher bringen werde.

Die Geschichte:

ao2 beginnt mit dem Tod. AO (Simon Paul Sutton) und ein männliches Mitglied seines Stammes sind auf der Jagd nach einem Eisbären, einem der größten Vertreter der Familie der Bären. AO´s Begleiter kommt dabei ums Leben und der Hauptakteur überlebt mit einer gehörigen Portion Glück, nachdem er dem Bären seinen Speer in den Leib rammen kann und dessen Leiche mit seinem vollen Gewicht auf ihn fällt. Dabei wird er in den Schnee drückt und wird ohnmächtig. Als er aufwacht bemerkt er den Tod seines Freundes. An- und niedergeschlagen kann er wenigstens das für seinen Stamm so lebensnotwendige Fleisch des Bären vorweisen, soweit so gut.

Doch nichts ist gut. Bei seiner Heimathöhle angelangt muss AO leider feststellten, dass ihn niemand mit offenen Armen und Lobgesängen begrüßt. Etwas stimmt hier nicht und AO´s ungutes Gefühl wird prompt bestätigt. Seine Sippe wurde komplett ausgelöscht. Befeindete Homo sapiens haben seinen Stamm und seine Familie auf brutalste Art und Weise ermordet, selbst seine Gefährtin und deren neu geborenes Baby wurden nicht verschont.

AO kann 2 der Angreifer noch stellen und in die Flucht schlagen aber alle Anstrengung ist umsonst. Sein Stamm ist Geschichte und er beschließt den Stamm seiner Vorväter aufzusuchen, um dort seinen Zwillingsbruder OA (ja ich weiß, wie „einfallsreich“^^) wieder zu sehen und ein neues Leben zu beginnen. In einer Erinnerungs-Sequenz wird dem Zuschauer gezeigt, dass AO im Kindesalter gegen ein Kind seines späteren Heimatstammes ausgetauscht wurde.

So beginnt eine sehr abenteuerliche Reise mit vielen Gefahren, mit Kannibalen, wilden Tieren und einer widerspenstigen, rauen Natur. Aber auch mit der interessanten Begegnung von Neandertalern und Homo Sapiens, mit wunderschönen Landschaften, mit ehrlicher Lebensfreude, mit Liebe und Geburt, und das alles über Grenzen und Rassen hinweg.

Ob AO seinen Bruder OA wieder finden kann müsst Ihr selbst herausfinden. Aber zieht Euch warm an und nehmt Euch genügend Klopapier mit ;).

Die Bilder:

Der Regisseur Jacques Malaterre bringt den Film mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen und unverblümter Natürlichkeit direkt in unsere heimischen Wohnzimmer, sodass man fast verleitet wird in den Fernseher springen zu wollen.

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Manche zart besaiteten Zuschauer werden wahrscheinlich bei einigen Szenen eher beschämt wegschauen wollen, so wird z.B. dargestellt, wie eine steinzeitliche Geburt von Statten geht oder die rassenübergreifende Liebe zwischen AO und seiner Homo-Sapiens-Begleiterin Aki (Aruna Shields) in Szene gesetzt wird.

Wem das nichts ausmacht, sollte sich die Blu-ray-Version des Streifens kaufen, da in dieser Fassung die Bilder am besten zur Geltung kommen. Preislich sollte das mittlerweile keine große Sache sein, da auch die Fangemeinde (leider), sprich die Nachfrage, nicht allzu groß ist.

Eigene Meinung:

Mich hat der Film überzeugt, obwohl ich verstehen kann, dass er manchen Menschen unter Umständen ein wenig zu „primitiv“ ist. AO überzeugt möglicherweise nicht mit seinen Dialogen, aber mit viel Herz und der Erinnerung an unser natürliches Ich. Wer „Am Anfang war das Feuer“ mag ist hier genau richtig aufgehoben.

Fazit:

Was soll ich sagen? Der Film sagt aus, was er möchte und das merkt man. Er ist nicht für die breite Masse bestimmt, und das ist auch gut so. Manche Diamanten sollten nicht geschliffen werden ;).

Ravenscore: 8,5 von 10

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