Alan Wake – Review (Like a King)

wawawawakeNach einer gefühlten Ewigkeit der Entwicklung kam nun endlich Alan Wake auf den Markt. Ob das neuste Spiel der Max Payne-Macher (Remedy) taugt lest ihr in der Naggeria Review:

Alan Wake handelt vom gleichnamigen Schrifsteller, welcher schon seit längerer Zeit kein neues Buch zu Stande bekommt. Deswegen beschliest seine Frau einen kleinen Urlaub in dem Örtchen Bright Falls. Dieser Ort scheint jedoch von einer dunklen Macht befallen zu sein und lässt Alan Wake den Alptraum seines Lebens erleben.

Story Story Story
Alan Wake lebt definitiv durch seine wirklich gut erzählte und spannende Story. Diese wird im Verlauf des Spiels so gut, dass man einfach wissen möchte, wie es zu Ende geht. Auch finde ich die Idee gut, dass man während des Spielverlaufs sogenannte Scriptseiten findet. Diese erzählen Wake was in manchen Personen gerade vorgeht, was passiert ist und was noch geschehen wird. So erhält der Spieler einige Hintergrundinfos und wird noch tiefer in die Geschichte eingebunden. Wer nicht allzuviel lesen möchte, der hört einfach den Stimmen einer Radiosendung zu, die ihr an einigen Stellen finden könnt, oder schaut euch ein paar Folgen der an Twillight Zone inspirierten Horrorserie Night Springs an. Ein wirklich mitreisender Horror-Thriller.
Interessant sind auch die etlichen Referenzen zu vielen Horror-Romanen alá Stephen King (welcher übrigens sehr oft genannt oder gar zitiert wird).

Actiongeladene Kämpfe
Die Kämpfe in Alan Wake gegen „The Taken“ laufen sehr gut und spannend ab. Zunächst gilt es die von der Dunkelheit Besessenen Menschen und Gegenstände mit Hilfe eurer Taschenlampe zu schwächen. Dies wird mit Hilfe eines Kreises indiziert. Anschließend wird eure Waffe abgefeuert bis ihr die Feinde besiegt habt. Als Waffen stehen Lichtgranaten, Pistolen, Gewehre, Leuchtpistolen und Fackeln zur Verfügung. Letztere dient hauptsächlich zum Vernhalten der Ungeselligen Genossen.
Abgerundet wird das Kampfsystem durch ein schön inszeniertes Ausweichmanöver. Dies setzt das Spiel, bei Gelingen, in einen kurzen Zeitlupenmodus ähnlich der von Remedy bekannten Bullet-Time.
Kurz gesagt: Die Kämpfe in Alan Wake sind schön in Szene gesetzt, simpel gehalten und dennoch Fordernd. Vor allem wenn es mal zu mehreren Gegnern kommt.

Handling
Nach einer recht kurzen eingewöhnungsphase läuft Alan Wake sehr Geschmeidig vom Gamepad. Wirklich nennenswert finde ich, dass der Spieler die Möglichkeit hat alle Buttons selbst zu belegen. Eine heutzutage leider viel zu selten vorkommende Unterstützung.

Wudnerschöne Landschaften und bedrückende Atmosphäre
Alan Wake sieht, um es kurz zu sagen, einfach fantastisch aus. Die Umgebungen, die Personen und die Lichteffekte bilden ein wirklich schönes Gesamtbild und lassen das gesamte Spiel wie aus einem Guss wirken.
Gleichzeitig lässt euch das Setting an einigen Stellen den Schauer über den Rücken laufen. So wirkt die Stadt Bright Falls und deren Wälder tagsüber wunderschön und Nachts so, dass man am liebsten einfach nur das Weite suchen will.
Es ist beinahe unbeschreiblich welche Atmosphäre Remedy hier geschaffen hat.

Der Sound
Alan Wake protzt mit einem wirklich guten Sound. Dieser wirkt stellenweise einfach nur bombastisch. Auch die von Remedy ausgewählten Musikstücke können sich hören lassen. Diese passen nämlich in das Spiel wie die Faust aufs Auge.

Previously on Alan Wake
Die Geschichte von Alan Wake wird in einzelnen Episoden/Folgen gespielt. Jede Folge endet mit einem Cliffhanger (Offenes Ende, welches zur Spannung beitragen soll) und startet mit einem „Was bisher geschah“ Rückblick. Dieses Stilmittel fügt noch eine prise mehr Spannung in das ohnehin schon verdammt gut inszenierte Gesamtbild. Ich hoffe ein derartiges System noch in ein paar Spielen mehr zu sehen.

Figuren alá Silent Hill
Die Figuren rund um Bright Falls sind wirklich gelungen und erinnern durch ihre mysteriösität schon ein wenig an Charaktere aus Silent Hill. Dies setzt der Welt von Alan Wake noch die Kirsche auf die Sahnetorte. Daumen hoch!

Etwas mehr abwechslung bitte
Zwar ist das Kampfsystem in Alan Wake wirklich sehr gut, doch auf dauer wird es etwas eintönig. Ein paar Gegnertypen mehr oder ein paar spannendere Zwischen Erlebnisse hätten dem Spiel sicherlich nicht geschadet.

Achtung Spoiler
Ich habe einen Punkt der mich massiv gestört hat. Allerdings handelt es sich bei diesem Punkt um einen kleinen Spoiler. Wer sich also keine Spannung rauben will, der sollte ab hier aufhören zu lesen:
Leider gibt es in Alan Wake keinen Endboss. Sorry, aber bei einem so großen Story- und Spannungsaufbau hätte ich wenigstens einen richtigen Endgegner oder Ähnliches erwartet. Stattdessen braucht man nur in einen Tornado zu laufen und schon flimmern die Credits vom Bildschirm.

Wondarn
In Alan Wake gibt es immer wieder Stellen an denen man für längere Zeit durch ein Waldstück laufen muss. Diese stellen wirken leider viel zu aufgesetzt und scheinen die Gesamtspielzeit, welche relativ kurz ist, künstlich in die Länge ziehen zu wollen.

Splatter, nein Danke!
Wer Alan Wake spielt sollte sich über eins im klaren sein: Wake ist kein Splatter oder Horror-Spiel. Es handelt sich wirklich nur um einen spielbaren Horror-Thriller im Stile von Stephen King. Wer hier auf ein pures Horror- oder Splatterspiel hofft wird auf ganzer Linie enttäuscht. Dies ist im Prinzip zwar kein Negativ-Punkt, doch suggeriert die Werbung, die Trailer usw. eigentlich ein Horrorspiel.

Alan Wake: Wer sich auf eine wirklich gute Story einlassen will ist mit Alan Wake sehr gut bedient. Horror- und Splatterfreunde schauen ein wenig in die Röhre. Mir hats gefallen!

Rentonscore: 8.5 / 10

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